Caron - Drama oder Komödie?

 

          Caron – Drama oder Komödie?

 

Ein Spieler bittet um Auflösung seines Vertrags. Einer der vermeintlichen Leistungsträger der Pinguine. Ob die bisher erbrachte Leistung mit dem vereinbarten Gehalt in Relation steht, ist nicht klar, darf aber auch hinterfragt werden. Es gibt Spieler, die bisher besser scoren.

 

Jordan Caron kam im letzten Oktober zu den Pinguinen nach einer langen Verletzungspause. Davor spielte er auch schon in der NHL, überwiegend in der AHL. Für die Pinguine ein Glücksgriff.

 

Solche Spieler hat man in Krefeld lange nicht mehr gesehen. Leider war er dann auch schnell verletzt und konnte nur wenige Spiele machen. Diese aber überzeugend mit vielen Punkten. Die Pinguine zogen im Frühjahr die vereinbarte Option auf eine weitere Spielzeit.

Die Fans waren begeistert, als Wolfgang Schulz auf dem Fanhearing die Verlängerung bekannt gab. Nun gibt es ein Angebot für Caron von einem Verein aus der KHL. Es könnte Helsinki sein.

 

Die Pinguine fordern eine Ablöse für die Freigabe, verständlich. Wie hoch diese ist, ist unbekannt. Caron hat sich heute von seinen Teamkollegen verabschiedet. Und nun wird es spannend, denn noch ist gar nichts wirklich klar.

 

Es gibt mehrere Möglichkeiten:

 

1.       - Der KHL – Verein zahlt die geforderte Summe und Caron bekommt die sofortige Freigabe

2.       - Die geforderte Summe ist dem Verein zu hoch oder er findet einen anderen Spieler. Dann müsste Caron theoretisch wieder in Krefeld spielen. Dazu später mehr.

 

Die Konsequenzen für die Pinguine:

 

Auf jeden Fall hätte man bei Ersatz des Spielers eine der letzten beiden Ausländerlizenzen verloren und das tut mehr weh als der Verlust des Spielers.

Noch komplizierter wird es aber, wenn sich der Deal zerschlägt. Könnte sich Caron nochmals ins Team einordnen? Würden die Fans das akzeptieren? Wäre er überhaupt noch motiviert?

Oder schaltet er auf stur und verweigert die Arbeit? Dann könnte man das Gehalt kürzen oder einbehalten. Das wäre für beide Seiten die schlechteste Lösung.

Warum will Caron überhaupt die Pinguine verlassen?

 

Natürlich wegen des Geldes. Aber die Pinguine habe ihm doch nach langer Verletzungspause eine Chance gegeben. Er sprach doch davon evtl. länger in Krefeld zu bleiben…

Man sollte realistisch bleiben. Die Jungs haben maximal 10 Jahre um ihr Geld zu verdienen. Die meisten haben keinen Beruf, oft sogar keinen vernünftigen Schulabschluss.

Da muss man auch einen gesunden Egoismus mitbringen. Das möchte man als Fan nicht unbedingt hören, aber das ist die Realität in allen Sportarten.

 

Was bleibt? Die Freude an Spielern, die ihre Wurzeln in Krefeld haben.

Pietta, Schimmi, Riefers, Kuhnekath, Klein, Grygiel, Schmitz.

Welcher DEL – Verein hat so viele Eigengewächse in den Reihen?

Es könnten theoretisch noch mehr sein: Mebus, Akdag, Zerressen, Noebels, Kretschmann.

Doch auch da lockte das Geld oder man hatte andere Gründe.

 

Die Walkers und Stanfields sind zumindest ausgestorben.

Hockey-Talk am 9.11.2017